Mut?

Was ist Mut?

Ist es Mut weiter zu Leben, obwohl man sich wünscht zu sterben?

Oder ist es Mut zu springen obwohl man Angst hat vor dem was danach kommt?

So viele sagen, dass nur Feiglinge sich umbringen.

Klar, auf der einen Seite fliehen sie so vor dem Leben, vor der Verantwortung und auch vor dem Kämpfen. Aber stellen sie sich nicht auch einem Ungewissen?

Ich kann nicht sagen was von beidem Mut ist. Denn ich sehe es in beidem und doch in keinem.

 

1 Kommentar 1.4.13 01:15, kommentieren

Leugnen, Fürchten, Weinen.

Meine Tante stirbt seit 17Monaten.

An Lungenkrebs mit Metastasen im Kleinhirn.

Sie ist jetzt im Hospiz.

Und ich kann nichts tun.

Sonst kann ich zuhören, helfen, irgendwas tun. Aber jetzt? Nichts mehr.

Ich möchte sie nochmal sehen.

Und ich möchte irgendwie helfen. Und wenn es nur ist mit dem Hund rauszugehen, dass mein Onkel etwas entlastet ist.

 

Ich habe Angst, dass ich sie nicht mehr sehe bevor sie stirbt.

Als Tamara letztes Jahr gestorben ist, dachte ich mir auch immer "Demnächst fährst du zu ihr" und ich habe es immer aufgeschoben.

Und dann starb sie. Und wir alle wussten es vorher.

Und ich war nichtmehr bei ihr.

Ich war dann auf ihrer Beerdigung.

Und ich gehe immer wieder an ihr Grab.

Und es tut immer wieder weh.

 

Wenn ich nicht ans Grab gehen, wenn ich nicht darüber nachdenke, könnte das alles einfach nie passiert sein.

Alles wäre normal. Ich lebe mein Leben.

Aber ich würde das alles leugnen.

Ich würde das leugnen was ich fürchte.

Und deshalb weine ich.

 

Es tut einfach so unendlich weh.

1 Kommentar 26.3.13 17:02, kommentieren

Lächeln, Winken, Arschloch denken!!!

Manchmal ist es auch mal schön zu sehen, dass auch andere Probleme haben.

Nur leider sind das meistens dann solche wie "Angst vor der ersten Fahrstunde" oder "Streit mit den Eltern"... klar, sowas sind auch ernstzunehmende Probleme....

Allerdings fällt es mir schwer solche Probleme ernst zu nehmen, wenn ich keine Nacht mehr durchschlafe ohne Beruhigungsmittel und wenn ich jeden Tag eigentlich nur weinen will und mir keinen Fehltritt erlauben darf.

Was hätte ich denn davon, wenn ich jetzt nochmal versuche mich umzubringen, mich verletze oder abmagere? Das verbaut mir alles nur meine Zukunft, also muss ich es sein lassen. Zwar nicht die beste Motivation, aber es funktioniert. Weil an meiner Zukunft hänge ich sehr.

 Meine Zukunft nimmt Gestalt an, ganz egal wie viel Angst ich davor habe.... letzten Endes wähle ich aber meine Zukunft. Und das ist es was ich will.

Mein größter Traum ist genau die Zukunft, die mir auch irgendwo Angst macht. Aber es ist ja nicht wirklich die Zukunft, die mir Angst macht, sondern viel mehr der Weg dahin. Was ist wenn ich daran verzweifel? Dafür zu schwach bin?

Was dann?

2 Kommentare 8.12.12 12:35, kommentieren

Und jetzt?

Lange her, dass ich hier geschrieben habe.

Mittlerweile habe ich mein Abi - mit einem schlechten Schnitt, aber ich habe es. 

3,2 ist meine Abiturnote... damit muss ich jetzt Leben.

Seit Mai bin ich im freiwilligen sozialen Jahr.

Erstmal waren das 3Monate Ausbildung zum Rettungssanitäter, und seit Ende Juli arbeite ich im Rettungsdienst.

Und weiter?

In den letzten Tagen bin ich einfach am verzweifeln.

Ich habe Albträume, Suizidgedanken und wieder Halluzinationen.

Aber Suizid kommt für mich nicht in Frage und wieder Medikamente gegen die Halluzinationen auch nicht.

Was soll ich noch sagen?

Ich suche einen Ausbildungsplatz zum Rettungsassistenten.

Ich überlege in eine Traumaklinik zu gehen.

Und weiter?

Mehr demnächst...

1 Kommentar 1.12.12 18:44, kommentieren

Abitur.

Mein armer Stoffwechsel.

Meine armen Nerven.

Und meine armen Sehnen an der rechten Hand.

 

Morgen erste Abitur-Arbeit. Englisch.

Ich bin jetzt kurz vorm durchdrehen, möchte es einfach nur hinter mir haben...

WAAAAH.

Drückt mir also die Daumen...

2 Kommentare 12.1.12 21:50, kommentieren

Ich bin nicht gut genug...

Ich bin nicht gut genug für ihn

Ich bin nicht dünn genug für ihn.

Ich bin zu schwach für ihn.

Desshalb möchte er die Pause.

Desshalb ist sein Beziehungsstatus "Single".

Aber verdammt ich liebe ihn.

Er ist der einzige, mit dem ich diese Abmachung eingegangen bin, dass ich mich nicht mehr verletze.

Es ist der Einzige mit dem ich diese Abmachung jemals ernsthaft eingegangen wäre.

Und jetzt verletze ich mich genau wegen ihm.

Ich werde nurnoch minimal essen.

Jeder bissen - aber auch jeder Teil des Hungerns - ist für ihn.

Damit er mich irgendwann zurück nimmt.

Ich liebe ihn

 

Es fühlt sich an, als wäre ich zersprungen, als wäre etwas in mir wie ein Glas zersprungen, und die Scherben reißen jetzt alles in mir auf. Es tut so verdammt weh

Ich möchte nicht mehr leben.

Aber ich weiß, dass ihn das zu sehr verletzen würde.

Also verletze ich ihn mit jedem meiner Schnitte.

Und führe mich auf wie ein Kleines Kind, das gerade seine erste Liebe verloren hat...

 

1 Kommentar 9.1.12 13:31, kommentieren

Sagt es doch!

Kommentar von meinem Vater:

Wie viele Stunden sitzt du denn jetzt vorm Fernseher und bist nur am Essen?

 

Warum sagt er es nicht gleich so: Du bist fett und faul!!!

Weil das ist es doch was er denkt!

Genauso wie ich nicht gut genug für meinen Freund bin, niemals!

Fett, faul und hässlich, das bin ich!

2 Kommentare 2.1.12 18:04, kommentieren

Ein neuer Tag

Gestern habe ich nicht gefastet.

Es gab Nudeln mit Tomatensoße und Abends noch Joghurt mit Apfel und Zimt und Schokolade...

 

Heute wird auch nicht gefastet.

Aber heute gibt es noch viel zu tun:

-List für Raclette schreiben und mailen

-Zimmer aufräumen

-Babysitten

-Sozialkunde zusammenfassen

 

Und gekocht wird gleich eine Broccolicremesuppe.

Also... voller Tagesplan.

Bis dann

1 Kommentar 29.12.11 12:16, kommentieren

Niemals gut genug.

Es fühlt sich so an, als wäre ich nicht gut genug für ihn.

Er sagt, dass er im Moment Zeit für sich braucht.

Klar, das kann ich auch verstehen, geht mir ja oft genug selbst so.

Aber diese leisen Stimmen und schleichenden Gefühle in mir sagen einfach, dass ich nicht gut genug für ihn bin.

Ich bin abgrundtief schlecht, ich bin zu dick, ich bin undiszipliniert.

Überhaupt. Ich bin einfach nicht gut genug.

Also wird jetzt wieder gehungert was das Zeug hält, und gelernt bis der Kopf raucht.

Und irgendwann werde ich zumindest für mich gut genug sein...

2 Kommentare 28.12.11 10:06, kommentieren

Das psychotische Uhrwerk


Ich sitze.

Ich sitze am Eingang der Station.

Ich sitze am Eingang der Station hinter der verschlossenen Tür.

Ich sitze am Eingang der Station hinter der verschlossenen Tür und beobachte Menschen.

Und ich beobachte die Uhr. Weil alles einen festen Ablauf hat.

Der ganze Tagesplan beruht auf feste Uhrzeiten.

Essenszeiten. Gruppenzeiten. Therapiezeiten. Ruhezeiten.

Ohne die Uhrzeiten wäre hier keine Struktur mehr.

Struktur, die man so vielen hier beibringen muss.

Also beobachte ich die Uhr. Bis beide Zeiger auf der 12 stehen.

Dann darf ich zum Mittagessen rufen.

Tagesstruktur habe ich schon früh gelernt. Schon bevor ich hierher kam. Aber erst nachdem ich krank wurde.

Für uns ist die Struktur wichtig. Überhaupt jede Struktur.

Die Regeln sind das wichtigste an der Struktur.

So habe ich meinen Tagesablauf, meine Regeln und sie können nichts dagegen unternehmen.

Sie geben mir Schlafmittel.

Wenn ich sehr nervös bin auch Beruhigungsmittel.

Dabei stellen sie damit nur mich ruhig, aber ändern nichts an meinem Wesen.

Sie beobachten mich. Tag und Nacht.

Äußerlich bin ich ruhig, solange ich die komplette Kontrolle habe.

Doch sie wollen mir diese wegnehmen.

Ich darf erst in der Morgenrunde den Tag planen.

Ich darf nicht mehr zählen.

Ich zähle alles. Bissen, die ich esse. Treppenstufen, die ich gehe.

Aber sie wollen mir diese Kontrolle nehmen.

Sie wollen nicht, dass ich die Kontrolle habe, weil sie mich kontrollieren wollen.

Überall können sie mich beobachten, durch die Glastür, die das Stationszimmer von meinem Überwachungszimmer trennt.

Überhaupt, Überwachungszimmer sagt ja schon, dass sie mich überwachen und beobachten, obwohl sie sagen, dass sie das nicht tun, dass sie das nur zu meiner Sicherheit mache.

Aber ich bin keine Gefahr für mich, denn die Gefahr sind sie.

Ich habe niemals gemordet oder jemandem Schmerzen zugefügt, nicht so wie sie. Ich sehe doch die schmerzverzerrten Türen, wie sie mich anschauen und um Erlösung flehen, ihre geschändeten und gepeinigten Seelen, die sich nur an gleichgesinnte wenden.

Ich sehe doch, wie jede Seele hier Hilfeschreie aussendet, die einzig und allein die Türen aufnehmen und sich davon ernähren.

Sie sehen doch unser Elend, überlassen uns doch uns selbst, greifen nur ein, wenn wir zur Gefahr werden, doch sind sie selbst unsere Gefahr.

Sie warten nur auf den geeigneten Augenblick um uns für immer weg zu sperren, um uns nie mehr frei zu lassen, um uns ein ewiges Leben hinter verschlossenen Türen aufzubürden.

Ich möchte frei sein, aber wie die Türen bin ich gefangen in einem Körper, sie erzählen es mir, erzählen mir ihre Geschichte, wenn ich mit dem Ohr an ihnen lausche.

Ich darf niemals meine Geschichte erzählen, erst wenn nur die Seelen zuhören, keine Pfleger, Ärzte, oder gar Menschen, nur Seelen dürfen eine solche Geschichte hören.

Verschlossene Türen in verschlossenen Räumen für verschlossene Seelen um nur einen Moment allein zu sein, um nur einen Moment mich mir hingeben zu können.

Niemals allein. Eingesperrt. Ein Toter schreit. Überall Blut.

Wohlige, warme schwärze fängt mich auf.

Die Uhr tickt nicht mehr, nicht ohne mich.

22.12.11 18:21, kommentieren